Teichhaltung Teil 2 

Teichhaltung von Wasserschildkröten
(Text und Bilder von Barbara Haindl)

 

Allgemeines

Als Erstes sollte gesagt werden, dass nicht jede Wasserschildkröten-Art zur Teichhaltung in unseren Breiten geeignet ist. Am einfachsten orientiert man sich zu dieser Frage am jeweiligen Herkunftsgebiet mit jeweiligen Klimadiagrammen und trifft dann die Entscheidung Pro oder Kontra Teichhaltung.  

Auch sollte man bedenken, dass eine Freilandüberwinterung bei den schwankenden Temperaturen und den langen Wintern, die wir in unseren Breiten hier haben, nicht ratsam ist.

Eine kontrollierte Überwinterung in einem geeigneten Keller oder Kühlschrank ist immer vorzuziehen, da man hier die Möglichkeit hat, bei Problemen jederzeit einzugreifen und eine konstante Überwinterungstemperatur, der Art entsprechend, zu gewährleisten.  

 

Geeignete / bedingt geeignete Wasserschildkröten-Arten für die Teichhaltung:

Grundsätzlich ist zur folgenden Tabelle anzumerken, dass dort die Wassertemperaturen angegeben sind. Die Lufttemperatur sollte jeweils merklich über der Wassertemperatur liegen. Auch wird die aufmerksame Leserin/der aufmerksame Leser bemerken, dass die „bis“-Temperaturen merklich unter den „ab“-Temperaturen liegen.  

Der Grund ist ganz einfach: Trachemys, Pseudemys, Chrysemys und auch Emys halten je nach Verbreitungsgebiet und individuellem Verhalten ab bestimmten Temperaturen entweder eine verminderte Aktivitätsphase oder aber eine Hibernation (Starre).

Sinkt im Teich die Temperatur unter einen bestimmten Punkt, leiten die Tiere je nach Art früher oder später von selbst die Vorbereitung zu einer solchen verminderten Aktivitätsphase oder Hibernation ein. Wenn man feststellt, dass die Tiere wesentlich inaktiver werden bzw. bereits nichts mehr fressen, kaum noch bis gar nicht mehr zu sichten sind und sich auch kaum noch sonnen, überstellt man die Tiere entweder in die vorbereiteten Boxen zur kontrollierten Hibernation oder in das für eine verminderte Aktivität vorgesehene Becken oder ähnliche Behältnisse.  

Anders verhält es sich nun aber mit den „ab“-Temperaturen. Die Tiere werden in ihren jeweiligen Behältnissen oder Becken wieder langsam nach der Hibernation oder verminderten Aktivitätsphase durch verlängerte Beleuchtungszeiten und ansteigende Wassertemperaturen wieder „aufgeweckt“.

Würde man sie im Frühling bei niedrigeren Temperaturen, als sie es im Übergangsbecken sind, zurück in den Teich setzen, käme es für die Tiere zu einem Schock, und das kann unter anderem auch in der Folge zu Krankheiten wie Erkältungen und schlimmerem führen.

Aufstellung der geeigneten und/oder  der nur mit besonderen Vorkehrungen (z.B. zusätzlicher Wärmequelle, Frühbeet etc.) geeigneten Arten, die sich vorwiegend in menschlicher Obhut befinden. Hierbei handelt es sich um Schmuck- und Zierschildkröten sowie die Europäische Sumpfschildkröte:

 

Trachemys scripta elegans / Rotwangen-Schmuckschildkröte
Trachemys scripta scripta  / Gelbwangen-Schmuckschildkröte
Trachemys scripta troostii / Cumberlandschmuckschildkröte

windgeschützte, sonnige Lage, keine zusätzlichen Vorkehrungen zwingend notwendig

ab 20° C bis  15° C

Chrysemys picta picta / Östliche Zierschildkröte
Chrysemys picta bellii / Westliche Zierschildkröte
Chrysemys picta marginata / Mittelländische Zierschildkröte

windgeschützte, sonnige Lage, keine zusätzlichen Vorkehrungen zwingend notwendig

ab 20° C bis  18° C

Pseudemys concinna concinna / Hieroglyphen-Schmuckschildkröte
windgeschützte, sonnige Lage, keine zusätzlichen Vorkehrungen zwingend notwendig 
eventuell kleinen Überbau mit Wärmequelle für kalte Tage.
ab 20° C bis 16° C

Pseudemys peninsularis / Peninsula-Schmuckschildkröte
windgeschützte, sonnige Lage, Überbau/Frühbeet mit Zugang zu Wasser u. Land mit Wärmequelle ratsam
ab 22° C bis 18° C

Pseudemys nelsoni / Nelsons-Schmuckschildkröte
windgeschützte, sonnige Lage, Überbau/Frühbeet mit Zugang zu Wasser u. Land mit Wärmequelle ratsam

ab 22° C bis 18° C

Pseudemys concinna floridana / Florida-Schmuckschildkröte

windgeschützte, sonnige Lage, Überbau/Frühbeet mit Zugang zu Wasser u. Land mit Wärmequelle ratsam

ab 22° C bis 18° C

Emys orbicularis / Europäische Sumpfschildkröte
keine besonderen Vorkehrungen notwendig da auch in unseren Breiten beheimatet.
Auf Halplotyp achten !!
ab 15° C bis 12° C

Ich persönlich empfehle, darauf zu achten, dass wir auch in den letzten Jahren wesentlich kühlere Frühjahrs- und Frühsommer-Monate hatten. Um zu eruieren ab welcher Temperatur jeweilige Art wie lange ins Freiland kann, ist es ratsam, die Klimatabellen auch bei dieser Entscheidung hinzu zu ziehen. Eine regelmäßige Kontrolle der Wassertemperatur im Teich ist ebenso anzuraten. Die in der Tabelle angegeben Temperaturen sind die kühlsten Punkte, und es wurden nur die gängigsten Arten, die sich am häufigsten in menschlicher Obhut befinden, genannt. 

Die Lage des Teiches: 

Nachdem feststeht, dass die zu haltende Art tatsächlich freilandgeeignet ist, ist die Entscheidung zu treffen, welche Ecke des Gartens am günstigsten wäre.

Hierbei sollte man folgende Punkte im Auge behalten:
Für welche Art von Teich entscheide ich mich? 
Zumeist hat man die Wahl zwischen

- Teichen, in die man Teichfolie einlegt
- Teichen, in die Beton als „Dichtung“ gegossen wird
- Fertigteichen, die es im Baumarkt als Hartplastikschalen zu kaufen gibt. Solche Fertigteiche betrachte ich als ungeeignet für die Haltung von Wasserschildkröten da die Flachwasserzonen viel zu schmal sind, sich extrem erwärmen und sich ein ökologisches Gleichgewicht auch bei einer größeren Schalenform nur schwer herstellen und erhalten lässt.
- Teichen mit spezieller Hartfolie geschweißten und geflämmten Teichen welche aber von Firmen angefertigt werden und was natürlich wiederum eine Kostenfrage ist. 

Der Teich sollte nach Möglichkeit ganztägig sonnig liegen. 
Zumindest sollten 6 - 8 Stunden Sonneneinstrahlung gewährleistet sein. Wandernde Schatten schaffen abkühlende Bereiche im Wasser, aber der Grossteil der Wasser- und Sonnenplatzfläche sollte sonnig liegen. Grosse Bäume und Sträucher sollten gemieden werden. Einerseits kann die Verwurzelung unter der Erde zu stark sein und die Pflanzen nach dem Bau sterben, aber auch die Verschmutzung des Teiches von außen hält sich wesentlich geringer, wenn Laub und Blüten keine Möglichkeit haben das Wasser zu verunreinigen.  


Wie sieht es mit der Endgröße des Tieres aus? 
Danach richtet sich zum Teil auch die Größe des Wasserteils. (Vorteil: Nachdem man für ein 10 cm großes Tier geplant hat, hat man 15 Jahre später nicht das Problem, dass plötzlich das Tier größer als der kleine Teich ist…;o) 

Wie viele Tiere soll der Teich beherbergen? 

Welche Ansprüche an Flachwasserzonen und Tiefwasser-Bereiche haben die Tiere / hat das Tier? 
Ist es ein agiler Schwimmer oder aber eine Art die sich gerne in Verstecken aufhält und verkrautete Zonen liebt?

Hält man weibliche Tiere? 
Grundsätzlich sollte ein gewisser Teil in der Einfriedung für den Teich auch aus einem fixen Landteil bestehen. Manche Tiere halten sich auch gerne mal auf der dort dann vorhandenen Wiese auf. Wenn weibliche Exemplare gehalten werden, dann sollte man auch dafür sorgen, dass es an Land Stellen gibt, die sandig sind oder zumindest weiche Erde haben, in denen geschlechtsreife Tiere dann ihre Eier ablegen können. Bei  Stellen, die für die Eiablage gedacht sind,  sollte man bedenken, dass die Tiere zumeist mindestens so tief graben wie ihr Carapax lang ist – somit sollte auch das Erdreich dort so locker sein, dass das Tier auf keine Widerstände stößt, leicht graben kann und nicht anfängt weiter nach passenden Plätzen zu suchen. Auch im Teich kann ansonsten Legenot entstehen!

Welche Möglichkeiten habe ich, den Teich aus- und „einbruchssicher“ zu gestalten? 
Natürlich muss so ein Teich – wenn man seine Pfleglinge länger halten will – auch ausbruchsicher gestaltet werden. Man sollte nie unterschätzen was eine Schildkröte zustande bringt – einige können zu richtigen Kletterkünstlern (z.B. Emys orbicularis) mutieren und auch senkrecht nach oben steigen. Andere wiederum gehen auch mal unter die Maulwürfe und versuchen zu graben. Also sollte man den Teich umfrieden. Dazu eignen sich z.B. einfache Holzpalisaden aus dem Baumarkt, ein Holzzaun oder, hier auch als Beispiel zu sehen, eine Ziegelmauer.

Besagte Mauer kann man entweder verputzen oder aber von außen mit rankenden Pflanzen bewachsen lassen. Ich habe mich für letzteres entschieden. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt solange die Umfriedung nicht erklimmbar ist. Bei einigen Konstruktionen bietet es sich an, am oberen Rand einen kleinen Überhang im 45° Winkel anzubringen damit die Umfriedung wirklich ausbruchssicher ist.

Wovon ich persönlich Abstand nehme, sind Umfriedungen mit Maschendrahtzaun oder Hasengitter. Einerseits ist es keine optische Perle und andererseits könnten die Tiere die Drahtmaschen sehr wohl als Kletterhilfe benutzen. Zugleich besteht immer die Gefahr, dass ein neugieriges Exemplar sich in den Maschen verheddern oder sich an freiliegenden, schlecht eingebogenen Drahtspitzen verletzen könnte. 

Wir hatten noch den Aspekt zu bedenken, dass wir einen sehr agilen Hund haben, der über 55cm Schulterhöhe hat. Damit er weder über die Mauer kann (70cm Höhe der Ziegelmauer) und auch nicht nach dem hinaufsteigen hineinspringen, haben wir oben noch zusätzlich ein Vogelnetz darüber gespannt. Man erhält es zu 10 Euro (25 Laufmeter) in feinen und groben Maschen im Baumarkt. Vorteil davon ist, dass auch andere „Besucher“ wie z.B. Katzen oder Vögel keinen Zugang zum Teich haben. Falls in der Gegend bekannt ist, dass dort Krähen leben, wäre es zu empfehlen etwas Festeres als Vogelnetz zur Abdeckung zu verwenden wie z.B. Hasengitter oder ähnliches. Ansonsten könnten eventuell Schildkröten, die dabei sind, sich zu sonnen, den Räubern aus der Luft zum Opfer fallen.  

Der Vorteil der Ziegelmauer ist noch zusätzlich, dass die Ziegel auf betoniertem, schmalem, 20cm tiefem Fundament stehen. Somit hat man das Problem, dass sich eine Schildkröte von innen oder ein Tier von außen womöglich leicht durchgraben könnte, ausgeschaltet. 
 

Gestaltung eines Teiches:

Ein Teich sollte sowohl flache als auch tiefe Stellen/Zonen haben. Hält man Arten, die sehr agile Schwimmer sind und die Flachwasserzonen eher als Versteckzonen statt als Schwimmraum nutzen, muss man darauf achten, die Schwimmfläche so großzügig wie möglich zu gestalten. 
Trotzdem sollten auch Flachwasserzonen und Sumpfuferzonen vorhanden sein, da sie zum ökologischen Gleichgewicht des Teiches beitragen und zusätzlich Verstecke bieten.  

Grundsätzlich sollte ein Teich an der tiefsten Stelle immer tiefer als 80 cm sein, da erst ab 80cm die Sicherheit gegeben ist, dass der Teich im Winter nicht bis auf den Grund zufriert. Eine Tiefe ab 1m – 1,20 m würde ich persönlich als Optimum betrachten. Hierbei muss beachtet werden, dass ein Teich nach dem Einlegen der Folie -  wenn man sich zu dieser Lösung entschließt - sowie der Beschüttung innen durch Sand oder Kies oder ähnlichem Bodengrund auch noch einen gewissen Teil an Tiefe verliert. Dies muss vorher einkalkuliert werden. 

Auch sollte gesagt werden, dass ein Teich, je größer und tiefer er angelegt wird, umso einfacher das ökologische Gleichgewicht aufrechterhalten kann.

Den Rand des Teiches sollte man circa an den ersten 30 Zentimetern abgeschrägt gestalten – der Druck des Eises im Winter kann ansonsten die Teichfolie rissig werden oder gar einreißen lassen.  

Wichtig ist, dass Schildkröten, die nicht so agile Schwimmer sind an vielen Stellen aus den tieferen Bereichen Aufstiegshilfen haben die sie leicht erreichen. Dazu eigenen sich Wurzeln oder Holzstämme gut und sind auch dekorativ.  

Hält man Schildkröten-Arten, die sich gerne in verkrauteten Zonen aufhalten, werden die Flachwasserbereiche am Besten verlaufend gestaltet. Also nicht ein steiler, stufenweiser Aufstieg  von Tief- in Richtung Flachwasser, sondern ähnlich einem Abhang mit nur niedrigen Stufen. Der Vorteil solcher Zonen, die seicht und gut verkrautet sind, ist dass die Schildkröten ihrem natürlichen Bedürfnis sich zu verstecken jederzeit nachkommen können. Das gilt auch für agilere Schwimmer. Bei einer Störung ist so eine Rückzugsmöglichkeit gegeben. 

Sowohl aus finanziellen Gründen als auch wegen der vielfältigen individuellen Gestaltungsmöglichkeiten haben wir uns für einen Folienteich entschieden. 
 

Der Folienteich:

Was wird benötigt?
-  Hasengitter 
-  Teichflies
-  Teichfolie
-  Filter? Filterteich? Pumpe? Filterbereich?

 

Beginn der Planung und des eigentlichen Baus:

Der Filter:
Man sollte sich im Vorfeld schon bei der Planung Gedanken über die spätere Filterung des Wassers machen. Wasserschildkröten urinieren und koten ins Wasser, nicht bei jeder Größe kann ein Teich dann sämtliche Abfallprodukte verarbeiten, was zu Algenbildung oder auch zum „Kippen“ des Wassers führen kann. Darum sollte man in Erwägung ziehen einen Teichfilter schon vorher mit einzuplanen. Die Beratung hierzu holt man sich am Besten direkt beim Fach- oder Baumarkt. Einige Halter schwören bei Freilandhaltung von Wasserschildkröten auch auf UVC-Klärer. Andere wiederum haben ihre Teiche schon während der Planungsphase so konstruiert, dass sie mit einer einfachen Pumpe das Wasser in einen direkt angeschlossenen Filterbereich – in Form eines weiteren kleineren Teiches oder abgegrenzten  Flachwasserbereichs – leiten und das Wasser dort biologisch mit Pflanzen und Substraten klären und mit einem kleinen Überlauf zurück in den eigentlich Teich leiten. Sollte die Wahl auf solch einen biologischen Filter fallen muss dieser ebenfalls bei der Teichfolienberechnung miteinbezogen werden. Die Wahl der verschiedenen Filtertechniken steht frei – die Varianten und Möglichkeiten sind vielfältig. Während des Baus sollte man also bereits Strom zum Standort des Teiches leiten um eventuelle Filter und/oder Pumpen betreiben zu können.  

Wenn man nun einmal festgelegt hat, dass die gehaltene Schildkröten-Art für eine Freilandhaltung geeignet und der Lageplatz des geplanten Teiches geeignet ist, und schließlich man nun eine Vorstellung von der endgültigen Form hat, beginnt man sich zu überlegen wie man am Besten gräbt. Zunächst sollten die Umrisse des Teiches entweder mit Kalk oder einer Richtschnur markiert werden; notfalls tut’s auch der Gartenschlauch, wenn der Teich nicht allzu groß werden soll.

Die Grube kann von Hand mit Spaten, Schaufel und Schubkarre ausgehoben werden; ist jedoch eine größere Anlage geplant, empfiehlt sich ein kleiner Bagger. Ein solcher ist stundenweise mietbar, und das Graben geht einem leicht von der Hand.

Wir haben uns – da wir damals den Garten komplett neu gestaltet haben – für Letzteres entschieden.  

Hat man erst einmal die Form, die flachen und tiefen Zonen ausgehoben, errechnet man die Fläche, die die Teichfolie haben soll.

Um einen Überschuss an gekaufter Folie zu vermeiden, misst man den Teich wie folgt:

Maximale Teichlänge + 1m Randzuschlag + maximale Teichtiefe x 2
Maximale Teichbreite + 1m Randzuschlag + maximale Teichtiefe x 2 

Bei der Haltung von Schildkröten würde ich eine Folienstärke von 1,5 mm oder dicker empfehlen da große, schwere Tiere ansonsten auf Dauer womöglich die Teichfolie mit ihren Krallen schädigen könnten und am Ende ein Loch in der Folie das Wasser ablaufen lässt. Auch ist das Gewicht des später einmal eingelassenen Wassers nicht zu unterschätzen. 
Zusätzlich zur Folie gibt es das sog. Teichflies, das Unebenheiten glättet bzw. spitze Steine und ähnliches als Schutz für die Folie abdecken soll und das man in den selben Maßen wie die Folie kauft und als erstes in den Teich legt. 

Bevor wir dieses Flies aufgebracht haben, wurde dafür gesorgt, dass aus dem Erdboden keine spitzen Steine, Wurzeln oder ähnliches herausragten. Danach haben wir – weil wir es besonders genau genommen haben – den gesamten Wasserbereich in dem „Erdloch“ mit aufgeweichtem Lehm ausgeschmiert um die Erde zu glätten.

Wenn man in einem Gebiet lebt in dem Wühlmäuse und Maulwürfe zugange sind sollte man bevor das Flies eingelegt wird ein feines Gitter auslegen. Auch hierbei ist darauf zu achten, dass keine spitzen Drahtstücke herausragen und die Folie durchstoßen könnten. Das Gitter sorgt dafür, dass Flies und Folie von Erdbewohnern nicht durchbissen werden kann. 

Hat man erst einmal das Gitter und danach das Flies so glatt wie möglich aufgebracht, folgt die Folie. Bei Folien sollte bedacht werden, dass das Zusammenstückeln und überlappend aneinanderlegen nicht funktioniert, außer man beauftragt eine Firma, die Teichfolien-Bahnen aneinander schweißt. Dies ist natürlich wieder eine Kostenfrage.

Die Teichfolie sollte grundsätzlich so glatt als möglich in die Form des Teiches eingepasst werden aber nicht zu straff sitzen sonst könnten Risse beim Befüllen mit Wasser entstehen.  

Wenn alles verlegt ist kann man damit beginnen den Innenraum des Teiches mit dem gewünschten Bodengrund zu befüllen. Dies kann Schotter, Kies oder aber auch Sand sein. Im tiefen Bereich des Teiches kann man auch gut auf Bodengrund verzichten da sich durch die Schildkröten von selbst Mulm sammeln wird.

Als Bodengrund absolut unverwendbar sind Gartenerde, Mutterboden oder gar Humus da sie durch zu hohen Nährstoffgehalt und -abgabe  für starkes Algenwachstum im Teich sorgen.

Beim Befüllen mit dem Bodengrund legt sich die Folie bereits noch besser an die Form an.

Wichtig ist, dass nach Befüllen des Teiches von der Folie keine Stellen auf Dauer in der prallen Sonne liegen. Dies kann ansonsten zu Rissen in der Folie führen.  

Den Außenrand der Teichfolie kann man gut mit Aushub aus dem Loch für den Teich bedecken. Ebenso jene Stellen die nicht mehr Sumpf- oder Flachwasserzone sein werden.

Für ganz flache Wasserbereiche bietet sich Sand als Bodengrund an da er der Bepflanzung gute Angriffsfläche für die Wurzeln bieten wird.

Wir haben beim Bau unseres Teiches an den besonders steilen Randstellen unter die Erde, die den Rand des Teiches begrenzt, ein dünnes feinmaschiges Vogelnetz gelegt, so dass das Gitter in den tieferen Wasserbereich hängt. Unter das Gitter haben wir so weit das Netz reicht Teichschlamm, den wir im Wald geholt haben,  aufgebracht. Gut angewässert und matschig lässt er sich leicht auf der Folie verteilen und das Netz gibt ihm halt. Hierbei ist darauf zu achten, dass man den Besitzer des Teiches und/oder Waldes kennt bzw. um Erlaubnis gefragt hat, dort solchen Schlamm holen zu dürfen.

Über den Schlamm haben wir noch Steinplatten, Steine und Schotter verteilt. Die Steinplatten wurden zusätzlich weich mit Sand unterlegt damit sie die Folie nicht durchstoßen können und so postiert, dass sie sonnig liegen. Sie werden von den Schildkröten gerne als Sonnenplatz genutzt.

Die losen Enden des Netzes, die in den etwas tieferen Teil ragen, haben wir mit feinem Kies im Flachwasserbereich zugeschüttet und ebenfalls mit Steinen gesichert, damit sich die Tiere darin nicht verfangen und womöglich ertrinken können.

Hat man das nun erst einmal geschafft kann man anfangen den Teich mit Wasser zu befüllen. Hierbei möchte ich noch anmerken, dass wir leider auf einen Filter oder einen Filterbereich verzichtet haben. Zu unserem Nachteil. Ist der Teich einmal angefüllt  kann man sich daran machen die Flachwasserzonen zu bepflanzen. Hierzu eigenen sich sowohl Wassergräser die die Uferzonen bewachsen als auch Teichmoose sowie Dotterblumen und ähnliches. 

Eine kleine Aufstellung der möglichen Uferzonen-, Sumpfzonen- und Flachwasserzonen-Bepflanzung: 

Sonnige, frische Uferzonen:

Wasserdost (Eupatorium)
Topinambur (Helianthus tuberosus)
Taglilie (Hemerocallis)
Schlüsselblumen (Primula veris, Primula elatior)
Frauenmantel (Alchemilla mollis)
Bachnelkenwurz (Geum rivale)
Kerzenligularie (Ligularia przewalskii)


Halbschattige, frische Uferzonen:

Vergissmeinnicht (Myosotis)
Trollblume (Trollius)
Akelei (Aquilegia)
Lampionblume (Physalis)
Moschus-Malve (Malva moschata)
Blaublattfunkie (Hosta)
Hortensie (Hydrangaea)


Halbschattige, feuchte Uferzonen: 

Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis)
Geissbart (Aruncus dioicus)
Wiesenknöterich (Polygonum bistorta)
Astilben (Astilbe x arendsii, A. sinensis)
Mädesüss (Filipendula ulmaria)


Reine Sumpfzone:

Sumpfvergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
Sumpfdotterblumen (Caltha palustris)
Pfennigkraut (Lysimachia numularia)
Fieberklee (Menyanthes trifolia; eher saures, nährstoffarmes Wasser!)
Sumpfkalla (Calla palustris)
Wollgras (Eriophorum; gedeiht auf eher sauren, nährstoffarmen Standorten!)
Sauergräser (Carex)
Gauklerblume (Mimulus)


Flachwasserzone / Schwimmpflanzen:

Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae)
Muschelblume (Pistia stratiotes; nicht winterhart!)
Wasserhyazinthen (Eichhornia crassipes; nicht winterhart!)
Wasserschlauch (Utricularia vulgaris)
Sumpffarn (Thelypteris palustris)
Schwimmfarn (Salvinia natans)
Wasserlinsen (Lemmna, Spirodela; kommen von alleine ;-))
Dreizacklinse (Lemna trisulca)
Krebsschere (Stratiotes aloides; relativ nährstoffarmes Wasser!)

Auf eine Bepflanzung der Tiefwasserzone wurde bei uns verzichtet, da die zumeist im Freiland gehaltenen Schildkrötenarten fast alles was grün ist als Futter betrachten. Pflanzen wie z.B. Seerosen, Lotosblume, Wasserstern, Wasserschlauch etc. halten sich da als Zierde nicht besonders lange und wenn, dann zumeist nur relativ zerzaust. Als Futter sind diese Wasserpflanzen gut geeignet, allerdings werden sie auch nicht lange vorhanden sein. Ebenso verhält es sich mit den Schwimmpflanzen, solange die Schildkröten in diesen Bereich ungehinderten Zutritt haben. Pflanzen die die sumpfige bis trockene Uferzone besiedeln werden meiner Erfahrung nach nicht gefressen.  

Bei der Bepflanzung empfiehlt es sich auf Starkwurzler wie Rohrkolben, Schilf, verschiedene Bambusarten und ähnliches auf bzw. bei der Folie zu verzichten. Ansonsten könnten die Wurzeln der Pflanzen die Teichfolie durchstoßen und für Löcher sorgen.

Gleich nach dem Bepflanzen sollte man keine großen Wunder erwarten, erst nach ungefähr einem Sommer bzw. im  Folgesommer wird die Bepflanzung richtig dicht und üppig.

Aufgrund des Schildkrötenkots sowie anderer Abfallprodukte im Teich erspart man sich hier auch zusätzliches Düngen.

Zu guter Letzt macht man sich nun an die Gestaltung des Landteiles. Wie im Vorfeld schon angesprochen, haben manche Tiere das Bedürfnis, auch einen kurzen Landgang zu unternehmen. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Aspekt, dass Weibchen nach der Geschlechtsreife aktiv nach einem Eiablageplatz suchen.

Aus diesen Gründen haben wir darauf geachtet, 1/3 des Geheges als Landteil mit verschiedenen Zonen zu gestalten. Am hintersten Rand befinden sich kleinwüchsige Stauden unter denen die Tiere gelegentlich Zuflucht nehmen, wenn man sie beim Landgang überrascht und das Wasser zu weit entfernt ist.

Davor befindet sich ein Teil Wiese, wie sie bei uns im Garten zu finden ist und daneben zu einem Drittel ein sandiges bis erdiges Gebiet, das aufbereitet wurde, um den Tieren die Möglichkeit zu geben, für die Eiablage den geeigneten Platz zu suchen.

Als Ansichtsbeispiele stelle ich hier noch die Bilder kurz nach dem Bau unseres Freigeheges inklusive des Teiches zur Verfügung. Viel Spaß beim Ansehen.

Dotterblume

Froschbiss

Verschiedene Gräser und Stauden

Erste Teichbewohner auf dem eingelegten, modrigen Stamm.

Im Vordergrund Gräserblüten.

Teilansicht der Wasserfläche

Ansicht der Flachwasserzone die in den Sandbereich, der als Eiablageplatz dient, übergeht.

Der Stamm wird von den endgültigen Bewohnern gerne als Sonnenplatz genutzt da er ganztägig sonnig liegt und auch einen guten Platz zum Abtrocknen bietet.

 

copyright Barbara Haindl

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