Höckerschildkröten der Gattung Graptemys 

Graptemys pseudogeographica pseudogeographica (Falsche Landkarten Höckerschildkröte)

Kurzbeschreibung einer artgerechten Haltung.
 

Erkennungsmerkmale:
Die Falsche Landkartenhöckerschildkröte besitzt einen deutlich sichtbaren Kiel auf dem Carapax (Rückenpanzer) mit niedrigen Dornen. Der hintere Rand des Carapax ist stark gezackt. Der Carapax hat eine braune bis olive Färbung. Der Bauchpanzer (Plastron) ist bei erwachsenen Tieren beige bis gelb, bei jungen Tieren ist an den Schildnähten noch ein Streifenmuster zu erkennen. Das Maul des Tieres hat keine Kerbe und keinen Haken in der Mitte des Oberkiefers. Die Haut ist braun bis oliv gefärbt. An den Extremitäten sowie an Hals und Kopf sind viele gelbe Streifen zu erkennen. Das auffälligste Erkennungsmerkmal halbe Sichelzeichnung bzw. Deltazeichnung hinter dem Auge.

Herkunftsgebiet: 
Nordamerika, entlang des Mississippi mit seinen Zuflüssen, nördlich von Missouri.

Max. Größe: 
Weibchen bis ca. 27 cm
Männchen bis ca. 15 cm

Platzbedarf: 
Die Tiere dieser Art sind begeisterte Schwimmer und Taucher. Empfehlenswerte Aquariengröße: Länge = Carapaxlänge(Panzerlänge) x 7, Breite = Carapaxlänge x 3, Höhe mindestens 60cm, besser höher, Wasserstand mindestens ca. 40cm. Bitte auf Ausbruchsicherheit achten! Die Tiere sind hervorragende Kletterer.

 

 

Aquariengestaltung: 
Graptemys pseudogeographica pseudogeographica lebt bevorzugt in Flüssen und etwas ruhigeren Nebenarmen. Im Aquarium sollten auch Strömungsbereiche realisiert werden. Aufgrund ihrer Herkunft aus Flussgebieten gehören diese zu den optimalen Bedingungen dazu. Oft gibt es in diesen Flüssen viel Über- und Unterwasservegetation.
Bei Weibchen ist ein Eiablageplatz erforderlich, der deutlich über dem Wasserspiegel liegen sollte. Die Substrattiefe sollte hierbei mindestens so tief sein wie der Panzer des größten Weibchens lang ist. Des Weiteren sollte der Eiablageplatz groß genug sein, um verschiedene Temperaturzonen zu schaffen. Bei Männchen reicht eine halbierte Zierkorkröhre als Sonnenplatz. Man kann versuchen, das Aquarium mit Pflanzen zu gestalten.

Gruppenhaltung:
Man kann versuchen weibliche Tiere gemeinsam zu halten, sollte die Schildkröten aber sofort bei auftretenden Problemen trennen. Männchen sollten einzeln gehalten werden, auch wegen dem enormen Größenunterschied von männlichen und weiblichen Tieren.


Ernährung: 
Graptemys pseudogeographica pseudogeographica ernähren sich überwiegend carnivor (d. h. von tierischer Nahrung). Pflanzen sollten jedoch immer im Aquarium zur Verfügung stehen. Auch sollte bei adulten Tieren an mindestens zwei bis drei Tagen kein tierisches Futter gereicht werden. Die Weibchen der Falschen Landkartenschildkröte fressen, je älter sie werden, immer mehr Pflanzen, auch grasen sie gern Fadenalgen ab. Männchen hingegen fressen nur wenig pflanzliche Kost, adulte Weibchen brauchen jedoch einen wesentlich höheren Teil an pflanzlicher Nahrung, gedeckt durch Wasserpflanzen.

Ausführliche Infos sowie eine Auswahl geeigneter Nahrung:
http://www.zierschildkroete.de/pages/ernaehrung.php


Beleuchtung: 
Diese Art gehört zu den Sonnenanbetern. Qualitativ gutes und sehr helles Licht ist daher bei einer artgerechten Haltung Pflicht. Dieses erhält man, wenn man mit Halogenmetalldampflampen beleuchtet. (Die Lichtfarbe sollte dabei zwischen 4200 und 6000 Kelvin liegen.)Weiterhin erforderlich ist eine gute UV-Lampe, die ausreichend UV B-Strahlung abgibt (z. B. die Osram Ultra Vitalux mit 300 Watt, Bestrahlung ca. 20-30 Minuten am Tag aus ca. 80 - 100cm Entfernung).
UV B ist erforderlich, damit die Tiere Vitamin D3 im Körper generieren können. 

Als Alternative zu Halogenmetalldampflampen in Kombination mit einer UV-Lampe kann man eine Lucky Reptile Bright Sun UV desert installieren. Sie erhellt und erwärmt den Sonnenplatz, zugleich gibt sie die notwendige UV B-Strahlung ab und kombiniert somit die erste angeführte Variante in einem einzigen Beleuchtungskörper.


Filter: 
Ein großvolumiger Außenfilter ist erforderlich um eine ausreichende Wasserqualität zu erhalten. Geeignete Filtermedien sind Filterwatte und z. B. Tonröllchen. Diese ermöglichen die Ansiedlung wichtiger Filterbakterien zur biologischen Filterung. 


Winterruhe: 
Graptemys pseudogeographica pseudogeographica benötigt je nach Herkunft ca. von Dezember bis Februar eine Winterruhe (Hibernation) bei ca. 4°C-8°C (nördlichen Verbreitungsgebiet) oder eine verminderte Aktivitätsphase bei ca. 8°C-12°C (südliches Verbreitungsgebiet). Um herauszufinden, was für das individuelle Tier erforderlich ist, ist hierbei eine gute Beobachtung erforderlich. Man sollte bei der höchsten Temperatur beginnen und bei anhaltender Aktivität des Tieres die Temperatur langsam nach unten anpassen.Die Temperaturen und Beleuchtungsdauer sollten zur Simulation eines Jahresrhythmus über das Jahr immer angepasst werden. 
Mögliche Gestaltung siehe z.B. hier: http://www.zierschildkroete.de/temperatur.html


 
Teicheignung:
Graptemys pseudogeographica pseudogeographica ist für eine Freilandhaltung in Mitteleuropa nicht geeignet. 


Schutzstatus: 
Graptemys Arten stehen auf Anhang C der Artenschutzverordnung, was hier in Europa und Deutschland keine Bedeutung hat. Sie brauchen somit keinen Herkunftsnachweis und sind nicht meldpflichtig.

 

Dies ist nur eine Kurzfassung und ersetzt keinesfalls weiterführende Literatur.


 



 

Aktuelles

 

 

April 2021:
Die diesjährige Vermittlungssaison nach der Winterruhe beginnt.


Unsere Pflegestellen sind vollkommen ausgelastet. 

 

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